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13. Oktober 2009

Geschäftemacherei mit Kinderschutz? LINKE stellt Anfrage wegen Notinsel-Projekt

Geretsried – In einer Anfrage an die Geretsrieder Bürgermeisterin Frau Cornelia Irmer bittet DIE LINKE um Auskunft, was die Kennzeichnung von derzeit 22 Geretsrieder Läden mit einem „Notinselaufkleber“ bisher gekostet hat.

DIE LINKE hatte das „Notinsel“-Projekt bereits vor der Einführung heftig kritisiert. Andreas Wagner: „Wir erwarten, dass ein Kind, dass Hilfe sucht, in jedem Geretsrieder Laden Hilfe bekommt, unabhängig davon ob ein Aufkleber an der Tür klebt oder nicht.“

Hintergrund für die Anfrage sind jetzt bekannt gewordene Presseberichte über die kostenpflichtigen „Notinseln“. So berichtet u.a. die Tageszeitung DIE WELT, die Teilnahme an dem „Notinsel“-Projekt lasse sich die „Stiftung Hänsel und Gretel“ teuer bezahlen: Damit sich Geschäftsleute den Aufkleber an die Tür kleben dürfen, um Kindern in Not Hilfe zu signalisieren, müssen Kommunen einen kostenpflichtigen Franchisevertrag abschließen. Darin verpflichtet sich die Kommune u.a. Werbematerial in Mindestbestellmengen bei der „Stiftung Hänsel und Gretel“ laut Preisliste zu bestellen.

DIE LINKE will jetzt u.a. wissen, ob die Stadt einen solchen Vertrag abgeschlossen hat und was die Kennzeichnung von 22 Läden mit dem Notinsel-Aufkleber einschließlich Werbung bisher gekostet hat. DIE LINKE betont: Kinderschutz ist wichtig. Es stellt sich jedoch die Frage, weshalb die Stadt Geretsried von einer fragwürdigen Stiftung für teures Geld ein Logo und Infomaterial erwirbt und sich von ihr abhängig macht? Das Geld ließe sich sinnvoller für den Kinderschutz einsetzen.

Hier finden Sie die Anfrage im Wortlaut.